Schwäntlen © Beat Zgraggen

Naturschutzgebiet Schwäntlen

Eng schmiegen sich die artenreichen Wiesen der Schwäntlen an die steile Flanke des Urnersees. Der schwer zugängliche Wald umschliesst das Offenland in grossen Buchten und bildet ein abwechslungsreiches Spiel von Licht und Schatten. Es ist ruhig in der Schwäntlen.

So wird das Urnerland früher grossflächig ausgesehen haben. In zeitintensiver Handarbeit wurden die Wiesen damals dem Wald abgetrotzt. Heute hilft der Balkenmäher bei der Arbeit. In der Schwäntlen aber scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Liegenschaft ist nur zu Fuss oder über den Seeweg erreichbar. Die Pflege der Liegenschaft besteht deshalb heute noch aus viel Handarbeit. Ohne die Pflege durch die Besitzer, Heidi und Max Meier, den Pächter und Bewirtschafter, den Kanton und Pro Natura Uri würden die Bäume die Fläche rasch zurückerobern. Das wäre schade, denn die Wiesen bieten eine botanische Besonderheit: Der Einfluss des Föhns und die ausgleichende Wirkung des Sees  bewirken, dass sich in den Wiesen sowohl wärmeliebende Orchideen wie auch Gebirgspflanzen wohl fühlen. Rund 50 verschiedene Schmetterlingsarten konnten bisher beobachtet werden. Einer davon ist der stark gefährdete Gelbringfalter. Auch der seltene Alpenbock, ein wunderschöner Totholzkäfer, schlägt sich hier den Bauch mit Nektar voll. Seine Larven entwickeln sich im Wald, wo absterbende Buchen bis zu ihrem Zerfall stehen bleiben können.

Wer einen Einblick in das Schutzgebiet haben möchte, kann sich an einem der regelmässig stattfindenden Pflegeeinsätzen beteiligen.